Ausschnitt aus dem Begrüßungswort des Obmannes des Islamischen Kulturzentrums Graz, Mahdi Mekic, bei der Ausstellungseröffnung anlässlich „400 Jahre Koran auf Deutsch“:

 

„Was mich heute besonders glücklich macht, ist die Tatsache, dass unser Kulturzentrum eigentlich noch immer eine Baustelle ist. Ich bin deswegen auf meine Gemeinde sehr stolz, dass trotz dieser Umstände wir uns nicht erlaubt haben die Projekte wie diese hinzuhalten und zu warten bis alles in unserer Moschee und unserem Zentrum komplett fertig und glänzend ist. Begegnungen dieser Art braucht unsere Stadt schon jetzt und deswegen haben wir uns besonders bemüht, sind fast bis zum Ende der Welt gereist, und unsere Freunde von nah und fern engagiert, um der breiteren Grazer Gesellschaft einen Anlass zu bieten, sich mehr miteinander auseinanderzusetzen und den interkulturellen und interreligiösen Dialog durch Geschichte und Kunst zu fördern.

 

Es sind zwei Hauptthemen die wir mit unserer so wunderschön ausgestatteten Ausstellung eingehen möchten, und zwar:

 

  1. Die Geschichte des Islams und der Muslime im deutschsprachigen Raum hat weder vor 20 Jahren begonnen, als die Welle der Flüchtlinge aus den Balkanländern in Europa Sicherheit gesucht haben, noch vor 30 oder 40 Jahre, als die Welle der Gastarbeiter aus wirtschaftlichen Gründen nach Europa gekommen ist. Sondern, die Beziehung zwischen dem deutschsprachigen Raum und dem Islam und der Muslime – wie sich von der verschiedenen Übersetzungen des Korans herausnehmen liest – hat eine tiefe, reiche und jahrhundertelange Geschichte.

 

  1. Viele reden über den Koran heute: diese und jene Experten, die Medien, die Politiker, die Gegner und die Befürworter, die traditionellen und die modernen Interpretatoren. Wir wollten aber – mit Hilfe der wunderschönen kalligrafischen Kunst – dem Koran die Gelegenheit bieten über sich selbst etwas zu erzählen. Was sagt der Koran was ist er? Warum ist er entstanden? Für wen ist er die Botschaft? Was versucht er zu erreichen? Mit dieser Absicht haben wir 21 Verse aus dem Koran herausgesucht, die zu diesem Thema sprechen und den weltberühmten Kaligrafen aus Abu Dhabi namens Mohamed Mandi gebeten für uns – gesondert für diese Ausstellung in Graz – in arabischer kaligraphischer Schrift künstlerisch darzustellen. Dazu haben wir auch die Übersetzung auf Deutsch natürlich vorbereitet.

 

Möge diese Ausstellung nur eine von vielen ähnlichen Anlässen sein, wobei sich die Grazer Bevölkerung in freundschaftlicher Atmosphäre trifft, besser kennenlernt, sich austauscht und näher zu einander kommt.“

 

Die Ausstellung bleibt bis auf weiteres für die Besucher geöffnet. Wir bitten um Voranmeldung: office@islamgraz.org oder 0316 716 728.